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ART & WEISE

MUUNKOMPANIE - ihr klarer, unverwechselbarer Stil überrumpelt mit der Energie und Kraft des chorischen Theaters.

Seit der Geburtsstunde des Theater im antiken Griechenland finden sich Chorgruppen als maßgebliche Akteure der Theaterhandlung - im griechischen und römischen Theater, im Stehgreiftheater der Commedia dell' Arte, im elisabethanischen Theater Shakespeares bis hin zum expressionistischen Theater und dem Dadaismus. Die zeitgenössische Avantgarde erlebte mit RegisseurInnen wie Christoph Marthaler, Einar Schleef, Robert Wilson, Frank Castorf, Ariane Mnouchkine und Peter Stein eine Wiederbelebung und Neubestimmung des Chorischen im Theater.

Wir spielen nicht das Leben, wir erzählen Geschichten.

Die muunkompanie macht den Chor zum Dreh- und Angelpunkt ihrer Arbeit. Die chorische Form ist ein antinaturalistisches, antipsychologisches Spielprinzip - stellt also nicht die Darstellung oder Spiegelung wiedererkennbarer, bereits interpretierter Lebenssituationen, nicht die psychologische Rollengestaltung und Selbstpräsentation einzelner Charaktere ins Zentrum der Aufmerksamkeit, sondern die Erzählung von Geschichten und ihren einander durchdringenden Ebenen, ihren ebenso kaleidoskopischen wie stringenten Facetten. Die muunkompanie erarbeitet ausschließlich Uraufführungen Die Texte der muunkompanie werden entlang der Vorlage neu geschrieben, komponiert.
Mit ihrem strengen stakkato-Rhythmus, dem atemlos treibenden Prestissimo, mit den Verzögerungen der Rubati, dem Schwung des crescendo, zwischen pianissimo und fortissimo durch Koloraturen laufend, in Tempi, beats und Lautstärken wie sie auf MTV, VIVA oder im Club zu hören und zu sehen sind, fügen sie sich zu einer Sprechpartitur. Jede Silbe ein Akkord, jedes Wort ein Takt, jeder Satz eine komplexe Phrase. Furioso Unplugged.

"Einheit der vielen Verschiedenen"


Chorisches Theater löst den Protagonisten auf der Bühne ab und ersetzt ihn durch die vielstimmige und vielgesichtige Gruppe. Damit wird sowohl in der Darstellung wie im Dargestellten das Verhältnis Individuum - Gemeinschaft reflektiert. Chorische Theaterarbeit ist getragen von der gegenseitigen Wahrnehmung als Spielpartner, von der Bereitschaft, sich zurückzunehmen und einzubringen, sich und die eigenen Ideen großzügig zu verschenken. Wie in einem Orchester steht jeder Akteur vor der Aufgabe, der eigenen Stimme zu folgen, ihr Kraft und Überzeugung zu verleihen, sie immer wieder solistisch hervortreten zu lassen und ebenso sich in "das Ganze" einzureihen, Teil eines Klanges zu sein, einander zu hören, zu tragen, anzufeuern und zum Schallen zu bringen.
Chorische Arbeit repräsentiert damit die Haltung der Antithese zu einer individualisierten Welt, zum Starkult und der Suche und Sucht nach dem herausragenden Einzelnen, dem "Besten". Es stellt sich als "Einheit der vielen Verschiedenen" dar, die ihre Fähigkeiten zur Verfügung stellen und ausschöpfen können, im Sinne einer überzeugenden beglückenden Gruppenleistung.

Und weil es bei aller Strenge der Form nicht um artifiziellen Selbstzweck geht, sondern um die saftigen, die erdigen, die zärtlichen, die dreckigen, die g'scheiten und die blöden, die schiachen und die schönen Geschichten vom Leben, donnern die Stücke der muunkompanie die Sinne reich beschenkend über die Bühne des Theaterwagens: zwischen Ernst und Slapstick, so tiefsinnig wie platt, so handgreiflich wie schwebend, so derb wie zerbrechlich unter dem Nachthimmel, wenn's gut hergeht mit Mond und Sternen, sonst halt mit Wolken, das Publikum mit dem Bier in der Hand oder dem Saft, im Widerschein der Pyrotechnik - ein Fest.

 

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© 2003 MUUNKOMPANIE